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Saalhauser Bote Nr. 18, 1/2006
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Pension Schmelter, 1949 bis 1957

Von Heribert Gastreich


30. Mai 1954 Vorne Mitte: Anni Schmelter, hinten Mitte: Helmut Schmelter



1954: Verabschiedung oder Begrüßung von Pensionsgästen. Im Dirndl: Anni Schmelter, links im Bild: drei Mitarbeiterinnen



Juni 1952: Liebe Leute, seht mich an, ich bin der jüngste "Concordia"-Mann! Hätt' ich alles selbst gegessen, was man mir hat zugemessen, wär' mein Bäuchlein kugelrund. Ich nahm so schon zu, fast 1 Pfund. Klaus-Erhard Bido.

Die Gäste der Pension Schmelter waren fast ausnahmslos Mitarbeiter von Zechen und Gewerkschaften und kamen aus dem so genannten Kohlenpott. Immer wieder stoßen wir in den Gästebüchern auf Namen wie

Zeche Oespel
Zeche Dorstfeld
Zeche Katharina
Zeche Monopol
Zeche Carl Funke
Zeche Prinz Friedrich
Zeche Concordia, Oberhausen
Zeche Pörtingssiepen
Zeche Gneisenau
Zeche Scharnhorst
Harpener Bergbau AG
Chemische Werke Bergkamen AG
Gewerkschaft Sophia-Jacoba, Hückelhoven


"Zur Erinnerung an unsere Urlaubstage vom 5. Mai 1954 bis 19. Mai 1954. Mitglieder der Harpener Bergbau AG, Gruppe Bochum-Dortmund".

"Als Orgeldreher wohlbekannt, zogen Müller - Schlicht von Land zu Land und machten Halt in Saalhausen am Lennestrand. Hier war es gut und noch so schön, um noch wo anders hin zu geh'n.

Wir machen es kurz und bündig, denn bei Schmelters war es einfach pfundig".

Die Feriengäste von Dorstfeld I/IV, vom 14. - 28.07.1954 in Saalhausen.

Drei Gästebücher, die chronologisch geführt und mit vielen Bildern der Gäste bestückt sind, zeichnen ein umfangreiches Bild jener Zeit.

Unter den Gästen finden sich verkappte Poeten und Künstler. In den folgenden Auszügen aus den Gästebuch-Eintragungen wollen wir versuchen, ein wenig von der Stimmung und der guten Laune der Gäste wiederzugeben:

"Wie 'ne brave 
Bauernmutter
täglich sorgt für 
Brot und Butter, 
so sorgt hier der 
Küchenmeister, 
Konditor ist und Schmelter heißt er, 
des Abends spät, des Morgens frühe, 
in seiner Küche mit viel Mühe, 
dass all' die Urlaubskameraden
was Gutes stets zu essen haben. 
Denn kommt man heim von 
Berg und Tal, 
steht stets bereit ein leckeres Mahl, 
das wohl den meisten bestens mundet
und manches Bäuchlein sichtbar rundet.
Nur vom Kaffee könnt' man 
sagen
Manchmal ein "Echter" tät' nicht schaden!
Doch ist dies nicht die größte Qual, 
solang' die Lenne fließt im Tal.
Auf jeden Fall kann man wohl sagen, 
es braucht sich keiner sonst 
beklagen.
Und wenn wir jetzt auseinander geh'n,
herrscht eine Meinung: 
Es war schön !
Ob von "Concordia" oder "Essen", 
den Urlaub wir nicht gleich vergessen!"

Zur Erinnerung an den gemeinsam verlebten Urlaub der Arbeitskameraden der Zechen Concordia B.A.G., Oberhausen und Essener Steinkohlen AG, Essen, vom 8. bis 22. Juli 1952.



"14 Tage 
weilten wir bei Schmelter, 
leider wurd' es dort jeden Tag kälter. 
Das Essen war gut, 
die Leute sehr nett, 
drum gingen wir auch immer 
zeitig zu Bett. 
Denn essen und schlafen bei 
Helmut zu Gast, 
das war für uns alle eine 
gute Mast. 

Dann saßen wir auf einer Bank, 
auf einmal gab es einen Gestank, 
die Kuh, die hob den Sterz
und schon begann der Schmerz. 

Schwester Betti war bekleckert, 
trotzdem hat sie nicht 
gemeckert."

Feriengäste der Concordia Bergbau AG und die Essener Steinkohlen AG. 08.06.1953

"Karl-Heinz aus Oberhausen, wollt' in Saalhausen frei'n, die Liebe in seinem Herzen war schwer wie Mamorstein. Er schlich auf leisen Sohlen stets um Brunhildes Haus, sie schaute jede freie Minute aus ihrem Fenster heraus. Ob sie mal glücklich werden, man weiß es nicht genau, wir wünschen ihm von Herzen eine liebe kleine Frau. Und fährt er jetzt nach Hause und lässt Brunhildchen hier, sie soll stets bei ihm bleiben, ja Heinz, dass hoffen wir !"

Für Karl-Heinz, gewidmet von einem Kumpel der Zeche Gneisenau der Harpener Bergbau AG, aus Dortmund-Herne. 3.5.1954

"Hast du im Urlaub Sonnenschein
Dann haste Schwein.
Hast du keinen und stehst auf der Lauer,
Mensch ist das sauer !"

Chemische Werke AG Bergkamen, 02.07. - 16.07.1956.

Der Dank der Redaktion geht an unseren Leser Willi Schmelter, der diese schönen Zeitdokumente aufbewahrt und uns einen Einblick darin gewährt hat.




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