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Saalhauser Bote Nr. 18, 1/2006
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Grüße aus der Fremde - Saalhauser Boten Bezieher Godehard Berghoff meldet sich aus Zürich

Grüezi und Hallo aus dem momentan verschneiten Zürich in die Heimat- nach Saalhausen.

Kinder, wie die Zeit vergeht?.aus purem Zufall bin ich beim Surfen am PC auf die Seite des Saalhauser Boten gestoßen, und da musste ich natürlich erst einmal alles lesen und habe die Zeilen praktisch verschlungen. Aus einem Eintrag im Gästebuch wurde ein kleiner Mailabtausch mit Hr. Gniffke und hier ist nun, wie gewünscht, ein kleiner Bericht aus der Little Big City, wie die Zürcher ihre Stadt gerne nennen und vermarkten. Am Ende des Artikels sind einige Links und Empfehlungen, denn Zürich ist, wie auch Saalhausen und das Sauerland, immer eine Reise wert.

Was bisher geschah?

1991- zu der Zeit war ich in München Großhadern auf der Intensivstation für Herz- und Thoraxchirurgie tätig; habe ich mich entschlossen, nach Zürich zu gehen. In Deutschland wurden die Arbeitsbedingungen zunehmend schwieriger (Personalnotstand) und die Weiterbildungsmöglichkeiten waren sehr eingeschränkt oder nur mit enormen eigenen finanziellen Mitteln machbar. Zudem wurde der Kostendruck in den Kliniken immer größer, was die Zeit für Patienten mehr und mehr einschränkte und mich immer unzufriedener machte. Damals galt die Schweiz mit ihrem Gesundheitssystem immer noch als Vorbild. Also ging es ab mit 14 Kartons ins Nachbarland. In den letzten Jahren in Zürich habe ich dann diverse Aus- und Weiterbildungen absolviert und befinde mich momentan in einem Nachdiplomstudium, welches sich mit den ganzen betriebsökonomischen Aspekten der zukünftigen Gesundheitslandschaft in der Schweiz befasst. Hauptberuflich leite ich aber seit 3 Jahren ein Notfallzentrum an einer der größten Privatkliniken in der Schweiz.

http://www.hirslanden.ch

Die Diskussion um die Arbeitszeiten, wie sie momentan in Deutschland die Gemüter erhitzt und dabei die Müllberge wachsen lässt?.wäre hier nahezu undenkbar. Hier gilt in fast allen privaten und öffentlichen Betrieben die 42 Stunden Woche, in meinem Job in einer Kaderfunktion ist die 50 Stunden Woche die Regel, Überstunden selbstverständlich.





Blick vom Hausberg Zürichs, dem Ütliberg mit Blick in die Berge.
Fotos: G. Berghoff

Warum hier irgendwie alles anders ist?

Sehr schwer zu beschreiben und fast nicht greifbar, obwohl es viele, viele Artikel in der NZZ, dem Tagesanzeiger oder den anderen lokalen Zeitungen immer wieder aufgreifen, ist die Mentalität, die Denk- und Handlungsweise, das Verhältnis der Schweizer zu den Deutschen und umgekehrt oder auch, warum sie wie entscheiden und arbeiten. Meine Sicht nach all den Jahren ist der Hang zum Kompromiss, der Entscheid zur Mitte, bei der alle Parteien ihr Gesicht wahren oder alle überwiegend das bekommen, was sie wollen. Ein klares Ja oder Nein, wie ich es gewohnt war, darf man nicht erwarten und man muss sich in Bescheidenheit üben, eine vermeintlich unscharfe oder schwammige Antwort zu bekommen. Aber in all den Jahren lernt man, dass Nuancen der Sprache, Intonation im Spiel mit der Mimik ein klares Statement sehr wohl erkennen lassen. Zurückhaltung und Abstand sind weitere für uns Dütschen (Deutschen) Unbekannte, mit denen man erst einmal umgehen lernen muss. Bis ein Schweizer jemanden als Fründ (Freund) bezeichnet, vergeht eine lange Zeit, in der man erst einmal Kolleg (sei es Arbeitskollege oder auch sonstiger Bekannter) ist. Die extrovertierte Form des Leute - kennen - lernens und die rasche Integration in den eigenen Freundeskreis ist hier weitgehend unbekannt- mal von wenigen Ausnahmen abgesehen. So beschränkt sich das Arbeiten auf die Arbeit und es gibt nur wenige Arbeitskollegen- wir Dütschen halt- die auch nach dem Job mal zusammen was unternehmen. Mit einem Schweizer wäre so was auch fast nur mit Agenda (Terminplaner) möglich. Vieles ist geplant, schon Monate im Voraus. Spontane Unternehmungen sind eher schwierig.

Doch wenn man sich ins Herz geschlossen hat, hat man echte Freunde fürs Leben gefunden.

Little Big City?.

Werbeslogan zwar- doch da ist viel Wahres dran. Wenn man bedenkt, dass die Stadt lediglich knapp 400.000 Einwohner hat und doch das Finanzzentrum der Schweiz ist, ist das doch erstaunlich. Kulturell braucht sich die Stadt nicht einmal hinter Metropolen, die wesentlich größer sind, zu verstecken. Opernhaus, Schauspielhaus, zig Theater, Bühnen, kommerziell, alternativ, Pop, Rock, Kinos ohne Ende, ..hier kann man jeden Tag voll Aktivitäten stopfen, wenn man möchte. Der See ist sowohl im Sommer, wie auch im Winter ein Traum und eine Rundfahrt mit der Züriseeflotte ein Muss für jeden Besucher. Die Berge sind nur eine Stunde mit dem Auto entfernt und auch hier gibt es zig Möglichkeiten, die Schweiz zu entdecken. Einkaufen an 365 Tagen- da sind wir hier wohl ein wenig weiter: kein Problem. Am Hauptbahnhof gibt es eine riesige Ladenpassage, die an 365 Tagen geöffnet hat und wo man praktisch fast alles kaufen kann. Nein ,nein , eben nicht teurer, sondern zu ganz normalen Preisen. Womit wir beim lieben Franken sind- oh die Schweiz ist so teuer- höre ich immer wieder, wenn ich Gäste hier habe. Schaut man aber genauer hin und vergleicht mit deutschen Preisen, so merkt man sehr schnell, dass es eben nicht oder nur sehr minimale Preisunterschiede gibt. Es war einmal?

Die Macht der Nacht?ich wühle immer wieder gerne in den Ordnern mit Zeitungsartikeln, Bildern, Entwürfen oder Videos und erinnere mich an eine tolle, stressige, erfolgreiche und witzige Zeit. 10 Jahre konnte und durfte ich die Veranstaltung enorm mitgestalten und habe so alles hautnah miterlebt. Das waren schon verrückte Sachen, die wir da ausprobiert haben. Und ich glaube, wir haben da was Tolles entworfen, was auch heute noch ein, wenn nicht sogar das Highlight im Veranstaltungskalender in Saalhausen ist. Ohne alle die vielen Helfer und Vereine wäre das ja gar nicht möglich gewesen. Auch an dieser Stelle noch mal ein großes Danke und Lob an alle, die uns und mich immer unterstützt haben und es heute noch tun. Natürlich denke ich oft daran, wieder mal was zu machen- ich gebe zu, das fehlt mir sehr und der Abschied war nicht einfach. Ich denke an all die Bastelei im Probenraum vom Musikverein, die Fahrerei beim Plakate aufhängen mit Martin (Hein), die witzigen Proben und das ganze Drumherum bis zum magischen Samstagabend. Und was wir teilweise für einen Aufwand betrieben haben, echt verrückt: Für die Marilyn Monroe- remember Kerstin (Trilling) als Marilyn, sind wir nach vielen Telefonaten zum Perücke ausleihen bis zum WDR Kostümfundus nach Köln gefahren. Aber der enorme Aufwand hat sich jedes Mal gelohnt, Am meisten fehlen mir die Wochen vorher und all die Leute, mit denen ich da so zusammen war: Jochen (Richard), Peter und Bene (Grass), Kerstin (Trilling), Paul (Börger), Bernhard (Pohl), Markus (Hamers),..,?,..

Doch wie heisst es so schön: Sag niemals Nie- wer weiß, vielleicht komme ich ja mal wieder "rauf" und beteilige mich mit einer genialen Showsequenz.

Da war doch noch?..

So, das soll es mal gewesen sein, ich melde mich gerne wieder mal mit ein paar Zeilen. Ich hätte wohl zig Seiten füllen können, will es aber mal bei dem hier Geschriebenen belassen.

Hier noch ein paar interessante Links mit Informationen zu Stadt, Land und Leuten. Und wer mal ein irres Feuerwerk miterleben will, der sollte sich das Zürifäscht 2007 nicht entgehen lassen. Das sind zwei Tage, in denen die Stadt Kopf steht und es werden je ein Klassik- und ein Pop-Feuerwerk auf dem See abgefackelt für mehrere Hunderttausend Fränkli.?

http://www.zuerifaescht.ch

..alles zum Zürichfest 2007

http://www.zuerich.ch

..alles zur Stadt

http://www.webcam-center.ch

..so sieht's in der Schweiz aus

http://www.rigi.ch

?den Berg sollte man von oben gesehen haben

http://www.hirslanden.ch

..hier verdiene ich meine Fränkli

http://www.hotel-adler.ch

..mittendrin und immer nett, das Hotel im Niederdorf

Wer mir gerne mal schreiben möchte: godehard@freesurf.ch

Liebe Grüße, Godehard


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