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Saalhauser Bote Nr. 18, 1/2006
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Vertriebene und Flüchtlinge fanden vor 60 Jahren und danach eine neue Heimat in Saalhausen

Von F.W. Gniffke


So trieb man die Grafschafter

Zunächst ein paar Vorbemerkungen: Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder So heißt der Titel einer Ausstellung im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund (18.9.05 - 26.3.2006) Im Klappentext des Ausstellungskataloges heißt es: "Fast 17 Millionen Menschen verloren nach dem zweiten Weltkrieg durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat in den bis dahin deutschen Ostgebieten sowie in ihren Siedlungsgebieten in Ost- und Südeuropa. Als 1961 die Berliner Mauer gebaut wurde, lebten etwa 10 Millionen von ihnen in der Bundesrepublik und stellten ein Fünftel der westdeutschen Bevölkerung."

Auf Seite 45 des Kataloges lesen wir: "Mit der Einquartierung der Flüchtlinge und Vertriebenen auf dem Land zeigte sich, dass ihre Aufnahme nicht nur materielle Probleme wie Unterbringung, Versorgung und Arbeitsbeschaffung nach sich zog.

Viele Dörfer waren vom Krieg völlig unberührt geblieben. Doch das Eintreffen von ausgebombten Städtern, Flüchtlingen und Vertriebenen machte den Einheimischen bewusst, dass nun auch sie vor einer Krisen- und Umbruchsituation standen. Zahlreiche Dorfbewohner empfanden die große Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen als Bedrohung der geschlossenen Lebenswelt des Dorfes und seiner "Alteingewurzelten Lebensordnung." Flüchtlinge und Vertriebene ließen die Einwohnerzahlen mitunter sprunghaft ansteigen, wodurch die Dörfer ihr Gesicht veränderten und ihre alte soziale Geschlossenheit verloren.

Oft waren die neuen Einwohner Angehörige der jeweils anderen Konfession, die mit der Zeit eigene Kirchen bauten. Andere gingen gar nicht in die Kirche und trugen damit zur fortschreitenden Säkularisierung (Verweltlichung) bei. Neben der Religionszugehörigkeit brachten Flüchtlinge auch fremde Bräuche, Dialekte und Lebenserfahrungen mit. Wenn sie ihre alten Berufe aus­übten, beschleunigten sie die Vergewerblichung und Industrialisierung des ländlichen Raumes. Dadurch halfen die Flüchtlinge andererseits bei der Bewältigung der landwirtschaftlichen Strukturkrise der fünfziger Jahre.

Insgesamt wurden sie in den ländlichen Gemeinden zu einem "gewichtigen Modernisierungsfaktor."

Das Team des Saalhauser Boten will in dieser und in folgenden Ausgaben Zeitzeugen berichten lassen und befragen. Melden Sie sich bitte beim Team, wenn sie aus der Sicht eines Ankommenden oder aus der Sicht eines Einheimischen über die Zeit um 1946 berichten können.

In unserer Chronik von 1981 finden wir auf den Seiten 205/206 eine Tafel mit der Überschrift: "In Saalhausen 1946 aufgenommene Vertriebene" Wir sehen hier nur die Namen und dahinter ein Kürzel, ob sie aus Ostpreußen, Schlesien oder dem Sudetenland gekommen sind. Alle aber, das ist sicher, hatten Nöte, Ängste, Entbehrungen, ein unsägliches Leid durch den Verlust der Heimat und die Strapazen der Vertreibung und Flucht erduldet.

Im März 1946 rollten dann Lastwagen, aus Siegen kommend, mit einigen von ihnen in Saalhausen an. Verdreckt, verschmutzt, nur mit dem Wenigen, was sie mittragen konnten, in den Händen wurden sie auf der Dorfstraße ausgeladen, und der damalige Bürgermeister Harnacke verteilte sie auf Saalhauser Familien, die ohnehin schon in ihren Häusern beengt wohnen mussten. Sicherlich wurden sie nicht mit offenen Armen empfangen.

- Im Saalhauser Jubiläumsjahr 1981 hatte eine große Gruppe aus dem Glatzer Bergland, die hier eine neue Heimat gefunden hatte, eine Ausstellung im Rahmen der Gesamtausstellung "Alt Saalhausen" erstellt.

- Fern, doch treu ! (Nicht nur für die Gruppe der Familien aus der Grafschaft Glatz, die nach 1945 auch in Saalhausen eine neue Heimat fanden, sind die folgenden Links in unserer Homepage www.saalhauser-bote.de gedacht) Grafschafter Bote

http://www.grafschaft-glatz.de

- In der Ausgabe Nr.1 des Saalhauser Boten von 1998 interviewten wir den inzwischen leider verstorbenen Oswald Wagner, der am 24.08.1905 in Walditz in der Grafschaft Glatz geboren wurde. Da wir inzwischen viele neue Leser haben, nicht alle über Internet verfügen, um den Artikel in unserem Archiv lesen zu können und die erste Ausgabe des Saalhauser Boten vergriffen ist, veröffentlichen wir dieses Interview noch einmal in Auszügen in der nächsten Ausgabe.

- Frau Traudel Pieper, geb. Loske, Frau Friedel Zimmermann, geb. Hein und Herr Pastor Eugen Hillmann haben uns dankenswerter Weise ihre Bereitschaft bekundet, sich auch interviewen zu lassen.

- Im Dorftext wiesen wir darauf hin, dass wir Zeitzeugen (Ankommende wie Einheimische) um Berichte bitten.

- Die Saalhauser Boten 1/2 2006 werden Flucht, Vertreibung und Nachkriegszeit zu Schwerpunktthemen haben. Auch über frühere Wohngebiete der Vertriebenen werden wir Bilder und Texte bringen.

- Frau Rüenaufer brachte uns einen Sonderdruck der Westfalenpost vom März 1986. Thema: "Flucht und Vertreibung vor 40 Jahren." Wir werden in Auszügen daraus berichten

- Wir erhielten von Herrn Dr. Dieter Pohl, Leiter der Arbeitsgemeinschaft "Grafschaft Glatz - Kultur und Geschichte" die Abdruckgenehmigung seiner Schrift "Kurze Geschichte der Grafschaft Glatz"


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