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Saalhauser Bote Nr. 20, 1/2007
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Herbstzeitlose - Colchicum autumnale, Liliengewächse

von F.W.Gniffke

Wieder einmal blätterte ich in den drei Bänden: "Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kirchhundem und der Stadt Lennestadt. Protokollbücher des ehemaligen Amtes Kirchhundem, der dazugehörigen Gemeinden und der früheren Gemeinde Rahrbach“. Im Band 2 (1870 – 1899) fand ich unter Nr. 118 der Protokolle der Gemeinde Saalhausen folgenden Eintrag: 14.03.1883 Auf Grund einer Polizeiverordnung der Königl. Regierung vom 09.Jan. d. J. soll die Vertilgung der Herbstzeitlose betrieben werden. Obwohl diese Giftpflanze in der hiesigen Gemeinde nur vereinzelt vorkommt, soll doch auf die Vertilgung hingewiesen werden. Es wird eine Kommission gebildet, die die Wiesen begehen und die Eigentümer aufmerksam machen soll, sofern die Herbstzeitlose auf deren Wiesen wächst. So soll die Giftpflanze möglichst schon in diesem Jahr (1883) vertilgt werden. (soweit der Protokolltext).





Neben den beiden Bildern fand ich zum Thema „Herbstzeitlose“ im Internet folgenden Text: Bestimmungsmerkmale: Die Herbstzeitlose treibt von August - Oktober ihre rosafarbene bis hellviolette Blüte aus der Erde. Die trichterförmige Blüte scheint auf einem „Stiel“ zu sitzen, der aber in Wirklichkeit die Blütenröhre darstellt und aus der 15 - 20 cm tief sitzenden Zwiebelknolle entspringt. Die Blätter erscheinen erst im nächsten Frühjahr und haben eine tulpenähnliche Form. Auf dem rechten Bild sieht man in der Mitte die reifende Samenkapsel. Die Herbstzeitlose wird 5 - 20 cm hoch. Achtung: Die Herbstzeitlose kann schnell mit dem Bärlauch verwechselt werden, da sich die Blätter stark ähneln. Die Herbstzeitlose enthält das Gift Colchicin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist. Vergiftungen mit der Pflanze sind nicht selten. Da die Herbstzeitlose häufig auf Weiden wächst, ist sie bei der Heuernte für Kinder eine besondere Gefahr, wenn sie mit der Pflanze spielen. Tiergiftig: Die Herbstzeitlose ist giftig für folgende Tierarten: Pferde, Rinder und Kühe, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen, Nager, wie z. B. Kaninchen und Hasen, Meerschweinchen und Hamster sowie auch für Vögel. Bei den Großtieren sind besonders Pferde und Schweine gefährdet; Rinder und Schafe reagieren nicht ganz so empfindlich. Vergiftung kann im Sommer auftreten, wenn die Tiere die Pflanze mit den Samenkapseln fressen und im Herbst durch die Blüten. Vergiftungssymptome sind Verweigerung der Nahrung, Rinder kauen kaum noch wieder, Erbrechen, Speichelfluss, Schweißausbrüche, Koliken und blutiger Durchfall. Es kommt weiterhin zu Kreislaufstörungen und zu Lähmungen. Der Tod tritt bei entsprechend starker Vergiftung nach 1 - 3 Tagen durch Atemlähmung ein. Das Gift wird auch über Milch der Tiere ausgeschieden und kann so auch den Menschen schädigen. Die tödliche Dosis liegt bei Rindern bei 1,5 - 2,5 kg des frischen Krautes, bzw. bei 2 - 2,5 kg der getrockneten Pflanzen. Bei Pferden und Schweinen liegt die tödliche Dosis deutlich darunter. Heilwirkung und medizinische Anwendung: Das Colchicin wird medizinisch bei Gicht verwendet. Auch die Homöopathie nutzt die frische Knolle und die Samen bei Gicht und Rheuma.

Nun ist mir klar, warum man bei uns die Herbstzeitlose so selten zu sehen bekommt!

Fotos: F.W.Gniffke


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