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Saalhauser Bote Nr. 32, 1/2013
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Abschied von Benno Rameil †

von F.W.Gniffke


Der Tod unseres Mitbegründers und langjährigen Vorstandsmitglieds des Vereins Heimatstube Saalhausen e.V., Benno Rameil, hat uns sehr betroffen gemacht. Er hat sich in vielfältiger Weise um den Ort Saalhausen und um den Heimatgedanken verdient gemacht. Benno Rameil verstarb am 25.01.2013 im Alter von 82 Jahren. Wir werden Benno Rameil ein ehrendes Andenken bewahren. Aus Anlass seines Todes bringen wir noch einmal ein Portrait von ihm, das im Saalhauser Boten Nr. 10, Ausgabe 1/202 erschien:

In Auszügen das Portrait Benno Rameil, eine Persönlichkeit in Saalhausen, die vieles bewegte und immer noch bewegt.

Benno Rameil, Jahrgang 1930, wurde im elterlichen Haus, der Gaststätte "Haus Rameil" geboren. Früh war seine Arbeitskraft in der elterlichen Gast- und Landwirtschaft gefragt.

Nach 1947 arbeitete er weiter im Betrieb mit. Er sollte das elterliche Geschäft einmal übernehmen. 1949 folgte eine Ausbildung im Restaurant „ Zum Hermannsdenkmal” bei Detmold. (Restaurantfach und Konditorei). Anfang der fünfziger Jahre arbeitete er im Hotel „Zum deutschen Haus” in Soest. Damals Volontariat genannt. Die Kellnerlehre gab es schon, aber Restaurantfach konnte noch nicht in dem heutigen Sinne gelernt werden.

Entwicklung Saalhausens und des Fremdenverkehrs im Besonderen. In die Thematik Entwicklung Saalhausens und Fremdenverkehr ist er mit den Jahren hineingewachsen. Der Fremdenverkehr war durch die Unterbrechung einfach zum Erliegen gekommen. 1949/50 hat sein Onkel Hermann Schulte Schmies sich wieder etwas in diese Arbeit gekniet und Benno Rameil ist dann in das Thema eingebunden worden. Zusammen versuchten sie die Neugründung einer Verkehrsabteilung im SGV.

Der damalige Bürgermeister Brüggemann lud zu einer Sitzung ein und der Verein wurde neu belebt bzw. gegründet. Den Vorsitz übernahm Hermann Schulte Schmies. Zu Beisitzern wurden Hugo Schütte, Bürgermeister Brüggemann, der Bauer Franz Metten und Benno Rameil gewählt. Die Arbeit konnte beginnen: Einige Bänke wurden aufgestellt und ein erster Nachkriegsprospekt wurde aufgelegt. Kosten ca. 450 DM.

Dies war nur eine kurze Episode, denn 1951 war alles schon wieder abgeflacht; es erfolgten zum Amt keine Meldungen mehr und so wurde Saalhausen aus der Aufzeichnung des SGV gestrichen. Gegen 1954 hatten man noch einmal neu begonnen und den Anschluss bis heute gehalten. Man muss einfach wissen: Fast alle Arbeit des Fremdenverkehrs passierte in einer Art Unterabteilung des SGV. Der SGV ist eigentlich als Urzelle des Fremdenverkehrsvereins zu sehen. 1894 gab es die ersten Meldungen über das Bestehen eines SGV in Saalhausen. In diesen Gruppierungen suchte man schöne Gegenden auf, um dort Wanderungen und Touren machen zu können.

In den fünfziger Jahren hat sich der Drogist Hahlbrauck sehr stark im Verkehrsverein engagiert. Er wurde Geschäftsführer, Schriftführer und Kassierer vom SGV. In seiner Drogerie gegenüber der Kirche wurden die Rundfahrten mit dem Busunternehmen „Suerlänner” propagiert und verkauft, auch im Hotel Voss. Die Fahrten fanden sehr großen Anklang, zumal man ja nicht so beweglich war wie heute. Es kam vor, dass 3 – 4 Busse, zusammen mit anderen Orten, diese Rundfahrten durchführten. Die Arbeit wurde irgendwann allen zu viel und man brauchte ein eigenes Büro und eine hauptamtliche Kraft. Frau Anneliese Müller konnte für diese Arbeit gewonnen werden. In ihrem Wohnhaus auf der Winterberger Straße wurde ein Büroraum eingerichtet. Dies war auch nötig geworden, weil es viele kritische Anmerkungen gegeben hatte, der Verkehrsverein würde sehr einseitig die Zimmerbelegung vornehmen. Frau Müller konnte hier sehr neutral an diese Arbeit gehen, zumal sie ja selbst keine Zimmer zu vermieten hatte. Dies war Anfang 1960. Wir sind mit Frau Müller zu verschiedenen Verkehrsvereinen der Umgebung gefahren und mussten feststellen, dass auch hier eine ähnliche Problematik bestand und Frau Müller so auch etwas für ihre künftige Arbeit lernen konnte. Mit ihr begann die professionellere Art des Fremdenverkehrs und der Betreuung der Gäste, eine schöne und für die Fremdenverkehrsarbeit segensreiche Zeit.

1963 hatte man die Gemeinde Saalhausen bekniet, doch ein Verfahren in Gang zu bringen, um die Anerkennung zum Luftkurort zu bekommen. Bürgermeister Brüggemann: „Wenn ihr als Verkehrsverein etwas tut, dann hängen wir uns auch als Gemeinde rein.” Er wollte damit sagen, dass die Initiatoren zu beweisen hätten, dass sie die Arbeit auch ernst nehmen. Theo Heimes war zu der damaligen Zeit ein großer Fürsprecher dieser Interessen. Nun ging es natürlich an die Arbeit: Vorbereitungen für den Kurpark mit Verrohrung des Schneidmühlgrabens und Schaffung eines Weges. Es kam Ende der sechziger Jahre das Tretbecken dazu. Parallel dazu wurde die Gründung der Kur- und Kneippgesellschaft auf den Weg gebracht. Von der Familie Illigens konnte ein Grundstück erworben werden, auf dem ein Kurhaus entstehen sollte. Es war ein sehr schwieriges Unterfangen, denn die Auflagen waren sehr hoch. Die Bettenzahlen waren zu gering, der Kurarzt fehlte und auch andere geforderte Einrichtungen waren nicht da. Wir kamen nicht weiter, denn wer wollte sich ohne Aussicht auf Erfolg hier ans Investieren begeben? Mitte der siebziger Jahre entstand dann der „Eggebrecht-Plan”: Er sah die Erweiterung des Kurparks zum jetzigen Kurpark vor. Dazu kam der Standort um das Freibad als Bereich der Bewegung und des Sportes im Gegensatz zum Kurpark als dem Ort der Ruhe. Auch das Freibad war ja schon im Rahmen des „ Ärmelaufkrempelns ” in Eigenleistung geschaffen worden.

Wir bekamen 1973 die Anerkennung zum staatlich anerkannten Luftkurort, natürlich auch mit einigen Auflagen: Verlegung der B 236, die staubfreie Müllabfuhr, ein intaktes Kanal- und Wasserleitungsnetz und auch die Einrichtung eines Hauses des Gastes mit Leseraum usw.. Benno Rameil fuhr dmals zusammen mit Theo Heimes, Stadtdirektor Krollmann und Herrn Melcher vom Kreis mit dem Auto nach Arnsberg, um die Urkunde abzuholen.

Familie Müller konnte 1973 gewonnen werden, den Scheunenbereich, den sie nicht mehr nutzten, zu dem jetzigen Haus des Gastes auszubauen und uns längerfristig zu vermieten. Von der Stadt waren Pläne erstellt worden, es gab einen Zuschuss um die 100 000 DM und wir mussten eine Eigenleistung in Höhe von etwa 20 000 - 30 000 DM erbringen. Der Vertrag mit der Stadt lief 2008 aus. Benno Rameil war Vorsitzender in der Zeit von Ende 1960 bis 1991. Die Teilnahme des Ortes am Wettbewerb: Unser Dorf soll schöner werden.( Saalhausen erhielt die Plakette in Silber) gab allen Beteiligten Auftrieb.

Planung und Bau des Kurparks. Bau des Trimmweges. Der Waldlehrpfad wurde gebaut. Die Kur- und Kneippgesellschaft gegründet. Es folgte der Versuch, die B236 zu verlegen, mit vorherigen Immissionsmessungen. Ein monatlicher Rundbrief, der die Vorhaben noch einmal in Erinnerung rief und auch für die Initiatoren zur Verpflichtung wurde. Ferner wurde versucht, die Weihnachtsbeleuchtung etwas in Richtung „dorfgerecht” zu beeinflussen. Wünsche wurden an die Stadt herangetragen und dann mit deren Hilfe und mit den Gruppierungen (interessierte Bürger, Vereine und Firmen) für die Verwirklichung in sehr viel Eigenarbeit gesorgt. Das Ehepaar Matrose lernte Benno Rameil im Urlaub kennen und wir konnten sie und Familie Illigens gewinnen, somit war das Kurbad vorhanden. Es folgten: Die Gestaltung des Bräukelkens, die Wiederherstellung der Quelle am Hohen Lehnberg, die damalige fußläufige Verbindung nach Langenei. Wenn es Mittel gab, wurden Projekte mit den Vereinen verwirklicht.

Sehr viele Mitglieder, aber auch Saalhauser Bürgerinnen und Bürger konnten begeistert werden, mit anzupacken. Auch das Engagement der ansässigen Firmen und der Mandatsträger war stets hilfreich. Wie gesagt, auch die Vereine waren wichtige Ansprechpartner bei den verschiedensten Projekten.

Aus den Anfängen einige Namen: Paul Schmidt, Theo Heimes, Walter Schauerte, Heinz Schmitz, Karl Börger, Rudi Feldhaus und Georg Rameil. Viele, viele Einzelpersonen, aber eben auch Vereine und Firmeninhaber haben sich für den Ort engagiert bis in die heutige Zeit, was ja auch das Gelingen der jüngsten Aktivitäten wie Naturerlebnisbad und Lennewehr deutlich machen.

Eine langjährige Mitstreiterin ist Frau Anneliese Müller. Frau Gerold konnte für eine Zeit gewonnen werden, weil die Arbeit für eine Kraft zu viel wurde. Frau Müller, und später Frau Grass, hatten immer einen Kreis von Helferinnen und Helfern bei den verschiedensten Aktivitäten. Frau Müller hat sich übrigens sehr verdient gemacht um die Josefa Berens – Gedenkstätte. Frau Grass hat, wie Frau Müller, einen sehr persönlichen Stil in die Arbeit mit den Gästen gebracht. Beide haben sich weit über den „bezahlten” Rahmen hinaus engagiert und das spürten die Gäste auch. Die Begrüßungsabende, die Frau Grass mit ihrer Truppe meisterte, waren immer beliebte Ereignisse in der Saison der Gäste. Letztlich war da immer auch der allgemeine starke Rückhalt in der Bevölkerung.

Einen Rückschlag gab es, als die Kneipp- Kurort- Sache nicht ins Rollen gebracht werden konnte. Es scheiterte einfach daran, dass die Auflagen nicht erfüllt werden konnten. Die Entwicklungen liefen damals etwas konträr: Die Bettenzahlen konnten nicht so hoch gesteigert werden, wie es erwartet wurde, ein Kneippkurheim mit großer Bettenzahl konnte ebenfalls nicht gebaut werden, auch der Kneipparzt fehlte. Dies war eigentlich die einzige herbe Enttäuschung.

Das Ziel war eine höhere Bettenzahl, damit Saalhausen Kneippkurort geworden wäre. Ferner ein Kurheim, betreutes Wohnen, Seniorenresidenzen und ähnliche Einrichtungen, die Saalhausen dem gesteckten Ziel näher gebracht hätten.

Von 1998 bis 2012 arbeitete Benno Rameil im Team des Saalhauser Boten mit. Sein Bestreben galt dabei auch, einmal eine "Saalhauser Stube" mit Archiv aufzubauen, in der unsere Vergangenheit dokumentiert wird, um auch unseren Nachfahren ein geschichtliches Bewusstsein zu geben bzw. zu erhalten.

Heute führt und leitet Sohn Peter das "Haus Rameil".

Der Text entstammt einem Interview der Heimatstube Saalhausen e.V. mit Benno Rameil im Jahre 2001.


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