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 13.11.2019
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Kriegerweg (Mittelalter - 1850):

Kriegerweg (Mittelalter - 1850)

Der Kriegerweg

Dieser Text wurde einem Aufsatz von Günther Becker entnommen, der in der Chronik von Saalhausen 1981 veröffentlicht wurde (S.7 ff.)


Ein alter Fernweg, der Siegen mit dem östlichen Hellweggebiet verband, führte in Süd-Nord-Richtung durch das Sauerland. Er hatte den Namen »Kriegerweg«. Aus dem Neuwieder Becken kommend, führte er über Siegen und Hilchenbach nach Würdinghausen und von dort hinauf zum »Steinernen Kreuz« auf der Wasserscheide zwischen Lenne und Hundem. Am Totenohl überschritt er - 11/2 km unterhalb Saalhausen - beim heutigen Gleierbrück die Lenne und verlief durch das Gleietal nach Bracht, wo er die Heidenstraße kreuzte, um bei Meschede, dem alten Straßenknoten im Ruhrtal, auf Anschlussverbindungen ins Hellweggebiet zu stoßen.

Der Kriegerweg führte im Gleietal in nur 1 km Entfernung an der hochmittelalterlichen Wallburg auf dem Hohen Lehnberg vorbei. Dahinter steckt zweifellos eine Absicht, sei es, dass der Burg die Aufgabe einer militärischen Sicherung und Kontrolle des Weges zugedacht war, sei es, dass ihre Erbauer die Straßennähe aus anderem Grund bewusst gesucht haben.

Im Sauerland gibt es zahlreiche weitere mittelalterliche Wallanlagen und Höhenburgen, die in nur geringer Distanz von damaligen Fernwegen liegen. So stand z. B. die sog. Peperburg, einst Sitz der Edelherren von Gevore (Förde), der späteren Herren von Bilstein, auf einer Berghöhe unmittelbar oberhalb der Lennefurt beim heutigen Grevenbrück, wo ein Fernweg Bonn-Olpe-Brilon, die sog. »alte Römerstraße«, auf die Heidenstraße stieß.

Unweit der Heidenstraße lag auch die frühmittelalterliche Wallburg auf dem Oedingerberg; unmittelbar an diesem alten Fernweg stand die im 13. Jahrhundert errichtete Burg Nordenau der Edelherren von Grafschaft.

Der Kriegerweg ist von allerlei Sagen umwoben. Eine davon, die in der Chronik im Kapitel »Was Sagen erzählen« abgedruckt ist, bezieht sich auf das »Steinerne Kreuz« auf dem Pass zwischen llberg und Kirchberg, den heute die Verbindungsstraße Saalhausen-Würdinghausen nutzt. Der über 2 m hohe Bildstock ist mit der Jahreszahl 1713 versehen und trägt die Inschrift »St. Nikolaus helfe uns über Wasser und Land«. Der hl. Nikolaus ist der Patron der Kaufleute und Reisenden. Kaufleute oder vielleicht auch heimische Fuhrleute aus den Dörfern des Hundem-Lenne-Gebietes, die in der Zeit des 16. bis 19. Jahrhunderts einen weitreichenden Fernhandel betrieben, dürften deshalb wohl den Bildstock gestiftet haben.

Im Mittelalter soll der Kriegerweg die Totenstraße gewesen sein, auf der man die Verstorbenen aus den Orten des Hundemgebietes durch das Gleietal nach Wormbach brachte, dem Urpfarrort des inneren Sauerlandes an der Heidenstraße, um sie dort in geweihtem Boden zu bestatten.

Der Volksüberlieferung nach soll der Kriegerweg bei Saalhausen 1804 auch für den Rücktransport der zehn Jahre vorher von Köln nach Arnsberg vor den französischen Truppen in Sicherheit gebrachten Reliquien der hl. drei Könige nach Köln benutzt worden sein. überzeugend verbürgt ist diese Nachricht jedoch nicht.

Am Lenneübergang des Kriegerwegs stand ein wahrscheinlich im 18. Jahrhundert errichtetes Brückenhäuschen, in dem ein Brückenwärter saß, der noch im frühen 19. Jahrhundert von den Benutzern der Brücke, soweit sie nicht Fußgänger waren, ein Brückengeld erhob. Von diesem Brückenhäuschen in der Nähe der Mündung der Gleie hat der Ort Gleierbrück seinen Namen bekommen. Die Ortsbezeichnung wird jedoch erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebraucht,


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